Frankreich, bonbonbunt
In Frankreich genießen Sempés Comics über den kleinen Nick Kultstatus. Und in einem solchem Fall ist es immer heikel, sich an eine Verfilmung zu wagen – noch dazu, wenn Schauspieler aus Fleisch und Blut und nicht flüchtig gezeichnete Figuren engagiert werden; die „Asterix & Obelix“-Realverfilmung etwa sind noch in unguter Erinnerung. Im Falle von „Der kleine Nick“ gelingt indes das Wagnis: Regisseur Laurent Tirard ist es nicht nur gelungen, den charmanten Witz der Comics zu bewahren, gerade indem er sich nicht sklavisch an die Vorlagen gehalten hat, sondern eine konsequent eigene Nick-Welt erschaffen hat: ein – kein Widerspruch – geschmackssicher bonbonbuntes Frankreich, das ganz gewiss so nie gegeben hat. Was irgendwie schade ist. - „Der kleine Nick“ ab 6. Januar im Kiez-Kino.
