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Zusammen ist man weniger allein

Szene aus 'Zusammen ist man weniger allein'
Guillaume Canet und Audrey Tautou.

Ein wenig druckste er herum, der Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bis er am Ende der Besprechung gestand: Der Film habe ihm gefallen. Wobei er gleich eine Entschuldigung beifügte. Gerade die Naivität entwickle so eine Kraft, dass ihr zu widerstehen unmöglich sei.

Keine Frage: »Zusammen ist man weniger allein«, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Anna Gavalda, als nahe am Kitsch driftend zu bezeichnen, hieße nicht, Regisseur Claude Berri zu nahe zu treten: »Zusammen ist man weniger allein« will ein romantisches Großstadtmärchen sein, in dem vier Menschen erst Freunde werden und dann eine Wohngemeinschaft bilden, in der sie finden, was die Stadt – in diesem Fall Paris – vorenthält: Wärme.

Philibert (Laurent Stocker), aus gutem Hauses stammend und eine riesige Altbauwohnung hütend, bis sich die Verwandtschaft über das Erbe geeinigt hat, träumt von einer Karriere als Schauspieler, der seine Schüchternheit, seine Selbstzweifel und sein Stottern entgegenstehen. So hält er sich mit dem Verkauf von Postkarten in einem Museumsshop über Wasser.

Ganz anders Franck (Guillaume Canet); dem Philibert Unterschlupf gewährt hat. Als Koch bleibt ihm kaum ein Privatleben, und in diesem hat er sich verstrickt im Gewirr wechselnder Beziehungen und will eigentlich nur seine Ruhe haben vor Frauen. So protestiert er zunächst heftig, als er Camille (Audrey Tatou) in der Wohnung entdeckt.

Eingeladen wurd sie von Philibert, aus Mitleid. Camille haust in der kalten Dachgeschosswohnung. Sie arbeitet als Putzfrau, vertraut ihrem offenkundigen Talent als Zeichnerin nicht. Ihre Magersüchtigkeit rührt Franck – er kocht für sie, Brühen zunächst. Denn was man ihm, dem Macho, nicht zutraut: Er ist es gewohnt, sich um andere zu kümmern. Regelmäßig fährt er hinaus aufs Land, wo seine Großmutter in einem Häuschen lebt. Noch, jedenfalls. Denn nach einem Unfall scheint der Umzug Paulettes (Françoise Bertin) in ein Heim unvermeidlich.

Es ist Camille, die Philibert und Franck überzeugt, die alte Dame in ihre Wohngemeinschaft aufzunehmen. Ganz einfach weil man zusammen weniger allein ist. Und gemeinsam schafft, woran der Einzelne scheitert.

Thomas Steinberg, 2007

Kurz und knapp

Vier ganz unterschiedliche Menschen finden in einer Pariser Wohngemeinschaft eine Ersatz für eine Familie.

Daten und Personen

Zusammen ist man weniger allein (Ensemble c´est tout)
Land: Frankreich
Jahr: 2007
Genre: Komödie
Regie und Buch: Claude Berri nach dem Roman von Anna Gavalda
Kamera: Agnès Godard
Musik: Frédéric Botton
Schnitt: François Gédigier
Darsteller: Audrey Tautou (Camille Fauque), Guillaume Canet (Franck), Laurent Stocker (Philibert Marquet de la Tubelière), Françoise Bertin (Paulette), Alain Sachs (Betriebsarzt), Firmine Richard (Mamadou), Béatrice Michel (Carine), Kahena Saighi (Samia), Hélène Surgère (Yvonne), Alain Stern (Restaurantbesitzer)
Produktion: Claude Berri
Länge: 97 Minuten
FSK: o. A.

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