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Bombón - Eine Geschichte aus Patagonien

Bombón - Szenenbild
»Bombón - eine Geschichte aus Patagonien« von Carlos Sorín erzählt von einer Reise durch eine einsame Landschaft und Begegnungen mit einfachen Menschen.

Bombón, zu deutsch: Bonbon, hat es in sich. Niemand käme darauf, Bombón, um die 40 Kilo schwer, süß zu nennen. Dafür wirkt Bombón zu beeindruckend und manchmal Furcht einflößend. Bombón ist nämlich der Name eines Dogo argentino, einer argentinischen Dogge. Ein wertvolles Tier, das Juan für einen Hilfsdienst geschenkt bekommt.

Carlos Sorín, Regisseur der »Historias minimas«, erzählt in »Bombón« einmal mehr eine Geschichte von einfachen Leuten. Das gelingt ihm um so überzeugender, als seine Darsteller ausschließlich Laien sind (mit einer Einschränkung: Bombón ist sehr wohl Profi-Filmhund). In »Bombón« leiht Hauptdarsteller Juan Villegas sogar der Figur, die er verkörpert, seinen Namen. Und sein realer Job – Autos in einer Garage einzuparken – ist nicht so weit entfernt von jenem, den er im Film verliert: Nach 20 Jahren erhält er als Tankstellenwärter die Kündigung.

Was Juan schnell klar wird: mit 52 hat er keine Chance mehr, wieder Arbeit zu finden. Seine selbst gefertigten Messer möchte auch niemand kaufen. Also macht sich Juan auf, fährt in einem alten Auto, das er als Abfindung erhalten hat, durch Patagonien, jene raue, dünn besiedelte Landschaft.

Juan ist ein freundlicher Mann, kein besonders gesprächiger. Er teilt sich mit durch Blicke, durch Gesten, wo andere viele Worte machen würden. Insofern ist Bombón für Juan der ideale Reisebegleiter, auch wenn er anfangs nicht so recht weiß, was er eigentlich mit diesem riesigen weißen Hund anfangen soll, den er für einen Hilfsdienst geschenkt erhält. Während Juan das Auto steuert, taxiert Bombón das neue Herrchen – und Juán den Hund.

Erst nach und nach geht Juan auf, dass Bombón für ihn ein Glückfalls bedeuten könnte. Er erlebt, das Bombón Türen zu öffnen vermag, die ihm selbst verschlossen geblieben wären. Zeitweise findet er einen Job in einer Schafschererei. Als er in Begleitung seines Hundes Geld abheben will, bittet ihn der Direktor, ein Hundenarr, in sein Büro. Auf seine vermeintlich wahre Bestimmung wird Juan indes von Walter aufmerksam gemacht: Juan könne sein Geld bei Hundeschauen und als Züchter verdienen. Er, Walter, würde Bombón trainieren, Juan ihm von den Preisgeldern und dem Geld, das der Hund als Zuchtrüde einspielen würde, die Hälfte abgeben. Nachdem Bombón bei einem Wettbewerb den dritten Platz schafft, scheint Walters Plan plausibel.

Doch Bombón wird sich eigenwillig zeigen.

Thomas Steinberg, 2005

Kurz und knapp

Nach 20 Jahren verliert Juan seinen Job in der Tankstelle. Mit einem alten Auto geht er auf Reisen und bekommt für seine Hilfsbereitschaft einen Dogo Argentino geschenkt. Damit scheint sein Glück gemacht zu sein.

Daten und Personen

Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien (El perro)
Land: Spanien, Argentinien
Jahr: 2004
Regie: Carlos Sorín
Buch: Santiago Calori, Salvador Roselli, Carlos Sorín
Kamera: Hugo Colace
Musik: Nicolas Sorin
Schnitt: Mohamed Rajid
Darsteller: Juan Villegas (Juan »Coco« Villegas), Walter Donado (Walter Donado), Micol Estévez (Graciela »Gracielita«), Claudia Fazzini (Claudia), Mariela Diaz (Tochter), Rosa Valsecchi (Susana), Pascual Condito (Pascual)
Länge: 98 Minuten
Format: Farbe, 1:1,66
FSK: o.A.

Spielplan

Ab 20. Oktober 2005 im Kiez. Achtung! Am Dienstag, 25. Oktober, läuft statt »Bombón« der Dok-Film »Invisible« mit dessen Regisseur als Gast.

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