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Billy Elliot - I Will Dance

Billy Elliot - Szenenbild
Billy (Jamie Bell) versucht sich als Tänzer.

Eigentlich sollte Stephen Daldrys erste Regiearbeit für das Kino schlicht »Dancer« heißen. Doch weil 2000 gleichzeitig »Dancer in the Dark« (Regie: Lars von Trier; Hauptrolle: Björk) beim Filmfestival in Cannes lief, kam statt dessen »Billy Elliot – I Will Dance« in die Kinos – und wurde international ein Überraschungshit.

Stephen Daldry hatte über 100 Stücke für die Bühne inszeniert, als er – nach einem Kurzfilm – »Billy Elliot« dreht. In den Mittelpunkt steht ein 11-jähriger Junge (Jamie Bell), der es sich in den Kopf gesetzt hat, Tänzer zu werden. Allerdings könnten die Umstände für die Realisieriung des Traums kaum ungünstiger sein: Billy wächst in einer Bergarbeiterstadt auf, sein Vater (Gary Lewis) und sein Bruder (Jamie Driven) sind Kumpel und fahren trotzdem nicht unter Tage – denn 1984 erlebt England einen der härtesten und längsten Streiks überhaupt, mit dem die National Union of Mineworkes (NUM) Zechenschließungen verhindern und Margaret Thatcher unter Druck setzen will. Zehn Jahre zuvor hatte es die NUM gemeinsam mit anderen Gewerkschaften noch geschafft, das Ende der Regierung Edward Heath zu erzwingen. Dieses Mal aber wird die Gewerkschaft scheitern und ihren Sturz in die Bedeutungslosigkeit einleiten.

Harte Zeiten, harte Männer

Die Zeiten in Durham sind hart, und harte Zeiten verlangen nach harten Männern, ist der Vater überzeugt. Obwohl das Geld knapp ist, schickt er seinen Sohn zum Boxtraining – was den nicht interessiert. Denn Billy ist der geborene Tänzer, der seine Trash-Solo-Choreographien auf den Straßen trainiert. Bis zu dem Tag, als er sich zum ersten Mal zwischen die Mädchen wagt, die neben dem Boxring Tanzen üben.

Es dauert nicht lange, bis der Vater mitbekommt, dass sein Sohn Tanzunterricht nimmt. »Was ist verkehrt am Ballett? Das ist absolut normal«, fragt Billy. Für den Vater ist die Sache klar: »Ja, für Mädchen. Nicht für Jungs, Billy. Jungs spielen Fußball oder gehen zum Boxen aber doch nicht zum Ballett.« Billy wird das Tanztraining verboten und das Taschengeld gestrichen. Mrs. Wilkinson (Julie Walters), die Tanzlehrerin, glaubt indes an das Talent ihres Schützlings und unterrichtet Billy kostenlos. Und er wird eines Tages seinen Vater überzeugen, dass Tanzen mehr ist als nettes Gehopse, sondern voller Kraft ist.

Thomas Steinberg, 2004

Ganz kurz

Bergarbeiter müssen richtige Männer sein, auch wenn es für die keine Jobs mehr gibt. Und so wird Billy von seinem Vater zu Boxunterricht gschickt. Billy aber entdeckt für sich das Tanzen – und setzt mit viel Energie seinen Willen gegen den des Vaters durch.

Daten und Personen

Billy Elliot – I Will Dance
Land: Großbritannien
Jahr: 2000
Regie: Stephen Daldry
Buch: Lee Hall
Kamera: Brian Tufano
Musik: Stephen Warbeck
Schnitt: John Wilson
Darsteller: Jamie Bell (Billy Elliot), Jean Heywood (Großmutter), Jamie Draven (Bruder Tony Elliot), Gary Lewis (Vater), Julie Walters (Mrs. Wilkinson) u.a.
Produktion: Greg Brenman, Jon Finn
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 6
Sprachversion: deutsch

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