
Irgendwo in Marokko. Ein Bus fährt durch eine öde Landschaft. Plötzlich bricht eine Frau, die Amerikanerin Susan (Cate Blanchett), zusammen, getroffen an der Schulter. Ein Schuss aus dem Nirgendwo. Ein Schuss, abgefeuert von Terroristen, werden bald westliche Medien spekulieren.
Alejandro González Iñárritu, 163 in Mexiko geborener Regisseur, sorgte gleich mit seinem erste Film »Amores Perros« für Furore, zugleich Auftakt für seine Trilogie über Gewalt, die er mit »21 Gramm« fortsetzte und nun mit »Babel« beendet hat. Und hierin beweist er erneut seine Meisterschaft, Geschichten miteinander zu verknüpfen, die nur scheinbar wenig miteinander zu tun haben. In »Babel« umspannen sie gleich drei Kontinente, unterschiedlichste Kulturen, die vor allem eines verbindet: das gegenseitige Misstrauen, erwachsend aus Missverständnissen und Unkenntnis. Die babylonische Sprachverwirrung ist längst globalisiert.
Fern jeder Zivilisation versucht Richard (Brad Pitt), für seine Frau Susan ärztliche Hilfe zu organisieren, und meint überall auf marokkanische Sturheit und Unfähigkeit zu stoßen – und sorgt mit seiner aus Angst und westlicher Arroganz geprägten Verhalten bestenfalls für Unverständnis bei den Einheimischen.
Amelia (Adriana Barraza) ereilt der Anruf unerwartet. Die Eltern der von ihr gehüteten Kinder würden später von der Urlaubsreise zurückkehren, vernimmt sie. Für sie bedeutet diese Nachricht ein Katastrophe, wollte sie doch zur Hochzeit ihres Sohns nach Mexiko fahren. Ihr Neffe Santiago (Gael García Bernal) findet eine Lösung. Amelia wird bei der Hochzeit zu Gast sein – und am Tag darauf die beiden Kinder, die ihre nicht sind, in der Wüste verlieren.
Als in Tokio der Polizist nach dem Vater fragt, steht Chieko (Rinko Kikuchi) plötzlich nackt im Raum. Chieko ist taubstumm, mit verstörender Aggressivität und völliger Hilflosigkeit ist sie auf der Suche nach Liebe. Der Polizist lässt sich nicht beirren in seiner Suche nach dem Mann, der in einen terroristischen Anschlag fernab von Japan verwickelt sein soll.
Thomas Steinberg, 2007
Ein Schuss in Marokko löst ein weltweites Echo aus – und stürzt Menschen in heillose Verwirrung.
Babel (Babel)
Land: USA, Mexiko
*Jahr: 2006
Produktion: Alejandro González Iñárritu, Steve Golin, Jon Kilik
Regie: Alejandro González Iñárritu
Buch: Guillermo Arriaga
Kamera: Rodrigo Prieto
Musik: Gustavo Santaolalla
Schnitt: Douglas Crise, Stephen Mirrione
Darsteller: Brad Pitt (Richard), Cate Blanchett (Susan), Said Tarchani (Ahmed), Boubker Ait El Caid (Yussef), Gael García Bernal (Santiago), Adriana Barraza (Amelia), Elle Fanning (Debbie), Nathan Gamble (Mike), Robert Esquivel (Luis), Koji Yakusho (Yasujiro), Rinko Kikuchi (Chieko)
Länge: 144 Minuten
FSK: ab 16