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Anansi

Szene aus 'Anansi' - Mann vor gemalten Flugzeug
Go north.

Es gibt nur einen Ausweg, wenn man in Ghana wohnt wie Carla (Naomie Harris), Kojo (Jimmy Akingbola) und Zaza (George Quaye). Und dieser Ausweg liegt im Norden. In jenem Norden, aus dem Sir Francis (Maynard Eziashi) gerade zurückkehrt in einem alten Mercedes, vollgestopft mit all dem, was den Norden als Paradies erscheinen lässt. Vor allem aber hat Sir Francis Carla, Kojo und Zaza eines voraus. Er weiß, wie man in den Norden kommt: illegal, doch angeblich sicher.

Fritz Baumanns »Anansi« schildert ein Schicksal, wie es sich tausendfach zuträgt: Die Flucht von Afrikanern nach Europa. »Ich wollte einen spannenden, unterhaltsamen Film darüber machen, der auch eine politische Aussage hat, weil das Thema illegale Immigration natürlich immer bedeutsamer wird in Europa in den kommenden Jahren«, sagte der Regisseur in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Geld für die Flucht

Baumann macht es sich damit nicht leicht, da seine Protagonisten keine klar erkennbaren Opfer sind. Carla, Kojo und Zaza werden in Ghana nicht politisch verfolgt. Sie sind arm, doch hungern sie nicht. Sie sind mithin aus europäischer Sicht Wirtschaftsflüchtlinge.

Szene aus 'Anansi' - Helfer kümmern sich um erschöpfte Flüchtlinge.
Rettung.

Um das zu werden, braucht es zunächst Geld. Tante Vera (Jeillo Edwards) verkauft die Kuh, das Geld muss als erstes reichen. Als blinde Passagiere schiffen sie sich auf einem russischen Frachter ein. Sie werden entdeckt, man setzt sie auf ein Floß, das an Mauretaniens Küste strandet. Zu Fuß, per Anhalter und auf Kamelen schlagen sie sich durch bis Nordafrika, von wo aus die lebensgefährliche Überfahrt nach Spanien möglich ist.

In einem Container voller Tomaten erreichen sie ihr Ziel, an dem man sie nicht willkommen heißt: Berlin. Die Vorstellungen von Europa entpuppen sich für die Flüchtlinge als Trugbild.

Bei »Anansi«, um dies noch zu klären, handelt es sich um eine Art Spiderman des Ashanti-Volkes. Der sich in Erzählungen nicht durch Stärke auszeichnet, sondern auf seine Schläue und Intelligenz vertraut und immer wieder einen Ausweg findet. So wie Baumanns Helden.

Thomas Steinberg, 2003

Ganz kurz

Von Ghana aus macht sich eine kleine Gruppe von Menschen auf nach Europa. Dort aber sind sie nicht willkommen.

Daten und Personen

Anansi – Der Traum von Europa
Land: Deutschland
Jahr: 2002
Regie: Fritz Baumann
Buch: Fritz Baumann
Kamera: Arturo Smith
Schnitt: Christian Lunk
Musik: Roman Bunka
Darsteller: Naomie Harris (Carla), Jimmy Akingbola (Kojo), George Quaye (Zaza), Danny Sapani (Adolph), Jeillo Edwards (Tante Vera), Chrys Kommson (Antoine), Maynard Eziashi (Sir Francis)
Produktion: Herbert Rimbach, Alena Rimbach
FSK: ab 12
Länge: 80 Minuten
Sprachversion: deutsch

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