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Der 20. Juli

Es war ein absurder Wettbewerb: Wer würde den ersten Spielfilm über die Widerständskämpfer vom 20. Juli ins Kino bringen? Es wurde Georg Wilhelm PabstDie Dreigoschenoper«) – sein Film »Es geschah am 20. Juli« wurde am 19. Juni 1955 uraufgeführt. Falk Harnacks »Der 20. Juli« wurde zwei Tage später der Öffentlichkeit präsentiert.

Beide Filme – so unterschiedlich sie angelegt sind – dürfen durchaus als Meilensteine der deutschen Filmgeschichte gelten, entstanden sie doch in einer Zeit, als in Westdeutschland Widerständler allzu oft als Verräter angesehen wurden und in Ostdeutschland der Widerstand in der Nazi-Zeit vor allem auf den der Kommunisten verengt wurde.

Anders als Pabst berücksichtigt Harnack den Widerstand jenseits der Gruppe um Stauffenberg. Harnack selbst war während des Dritten Reichs im Widerstand, und ihm war daran gelegen, die Geschichte des 20. Juli möglichst authentisch zu erzählen. Bei der Erarbeitung des Drehbuchs konnte er auf Informationen des ehemaligen Offiziers Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff zurückgreifen, der ein Selbstmord-Attentat auf Hitler geplant hatte und als dies scheiterte sich am Widerstand um Stauffenberg beteiligte. Er ist einer der wenigen Widerständler, der nicht enttarnt wurde; nach dem Krieg wurde ihm die Aufnahme in die Bundeswehr versagt – unter dem Hinweis, er wäre ein Verräter. Am Drehbuch arbeitete zudem der Widerstandskämpfer und Schriftsteller Günther Weisenborn mit.

Nach dem Krieg arbeitete Falk Harnack zunächst als Theaterregisseur, bevor er 1949 zum künstlerischen Direktor der DEFA berufen wurde, wo er seinen bekanntesten Film, »Das Beil von Wandsbeck«, drehte. 1952 ging Harnack nach West-Berlin, drehte Filme fürs Kino, vor allem aber fürs Fernsehen.

Thomas Steinberg, 2009

Kurz und knapp

Spielfilm über die Widerständler des 20. Juli 1944, der im westdeutschen Kino der 50er Jahre einen deutlichen Kontrapunkt setzte.

Daten und Personen

Der 20. Juli
Jahr: 1955
Land: Deutschland
Regie: Falk Harnack
Drehbuch: Falk Harnack, Werner Jörg Lüddecke, Günther Weisenborn
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Kurt Zeunert
Darsteller: Wolfgang Preiss (Graf Stauffenberg), Annemarie Düringer (Hildegard Klee), Robert Freitag (Hauptmann Lindner), Fritz Tillmann (General von Tresckow), Werner Hinz (Generaloberst Beck), Paul Esser (von Witzleben), Wolfgang Büttner (General Friedrich Olbricht), Hans Zesch-Ballot (Generalleutnant Erich Hoepner)
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 12

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