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Polanski, Roman

Szene aus 'Chinatown' - Jack Nicolson und Faye Dunaway
»Chinatown« mit Jack Nicolson und Faye Dunaway.

Geboren wird Roman Polanski am 18. August 1933 in Paris. 1937 kehren seine Eltern nach Polen zurück – aus Sorge vor dem wachsenden Antisemitismus. Zwei Jahre später nur wird Polen von Deutschland besetzt. Man zwingt die jüdische Familie in Krakauer. Polanskis Mutter wird im KZ Auschwitz umgebracht, während der Vater das KZ Mauthausen überlebt. Roman Polanski selbst kann rechtzeitig aus dem Ghetto fliehen und sich auf dem Land verstecken.

Nach dem Studium an der Filmhochschule Łódź drehte Polanski mehrere Kurzfilme und tritt auch selbst immer wieder als Schauspieler auf. Mit »Das Messer im Wasser« (»Nóż w wodzie«) realisierte er seinen ersten Spielfilm. 1962 zieht er nach Paris.

In den 60er Jahren entstehen Arbeiten wie »Ekel« (»Repulsion«) und »Wenn Katelbach kommt« (»Cul-de-sac«). Die vergnügliche Dracula-Adaption »Tanz der Vampire« (»Dance of the Vampires«) – hier übernimmt Polanski die Rolle des Gehilfen Alfred – und der Horrorfilm »Rosemary’s Baby« (»Rosemaries Baby«) erreichen in ihrer Zeit Kultstatus. Seine zweite Ehefrau, die Schauspielerin Sharon Tate, wird 1969 von der blutrünstigen Charles-Manson-Sekte ermordet. 1971 verfilmte Polanski einen Klassiker der Weltliteratur, nämlich Shakespeares »Macbeth«. Der Thriller »Chinatown« mit Jack Nicholson erzählt einen großen Korruptionsfall und liefert zugleich eine düstere Beschreibung der gesellschaftlichen Verhältnisse in den USA das 30er Jahre. In »Der Mieter« (»Le locataire«), spielt Polanski 1968 die Hauptrolle und verkörperte einen Angestellten, der unter allmählichen Realitätsverlust leidet und in den Tod springt.

Roman Polanski
Roman Polanski.

Wenig später wird der Filmemacher in den USA verhaftet, weil er Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. Er flüchtete nach Paris, womit er einer strafrechtlichen Verfolgung entgeht. Nach vier Jahren Pause kommt von Polanski wieder ein Film in die Kinos, »Tess« nach einem Roman von Thomas Hardy. »Frantic« und »Bitter Moon« werden von der Kritik verhalten aufgenommen, während »Der Tod und das Mädchen« (»Death and the Maiden«) mit Lob überhäuft wird: der Film nach einem Theaterstück von Ariel Dorfmann erzählt, wie eine Lateinamerikanerin auf ihren Folterer aus Zeiten der Militärdiktatur trifft und privat Gericht über ihn hält. 1999 entstand »Die neun Pforten« (»The Ninth Gate«), ein Thriller um einen Büchernarren, dem der Teufel zu Hilfe kommt.

Mit »Der Pianist« thematisierte Polanski die traumatischen Erfahrungen seiner Kindheit. Erstmals beschäftigt er sich, basierend auf der Lebensgeschichte Wladyslaw Szpilmans, mit dem Thema Holocaust. Polanski erhielt für dieses Werk in Cannes die Goldene Palme und den (in seinem Falle lang erwarteten) Oscar für die beste Regie.

Thomas Steinberg, 2005

Kurz und knapp

französisch-polnischer Filmregisseur und Schauspieler, geboren am 18. August 1933 in Paris

Filmografie

»Nóż w wodzie« (»Das Messer im Wasser«, 1958); »La Rivière des diamants« (»Das Diamantenhalsband«, 1963); »Repulsion« (»Ekel«, 1965); »Cul-de-sac« (»Wenn Katelbach kommt«, 1966); »Dance of the Vampires« (»Tanz der Vampire«, 1967); »Rosemary’s Baby (»Rosemaries Baby«, 1968); «*Macbeth« (»Macbeth«, 1971); »Weekend of a Champion« (»Wochenende eines Champions«, 1971); »Che?« (»Was?«, 1973); »Chinatown« (»Chinatown«, 1974); »Le Locataire« (»Der Mieter«, 1976); »Tess« (»Tess«, 1979); »Pirates« (»Piraten«, 1986); »Frantic« (»Frantic«, 1987); »Bitter Moon« (»Bitter Moon«, 1991); »Death and the Maiden« (»Der Tod und das Mädchen«, 1994); »The Ninth Gate« (»Das neunte Tor«, 1999); »The Pianist« (»Der Pianist«, 2002); »Oliver Twist« (»Oliver Twist«, 2005)

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